Die Anzahl der Mitglider des "Vereins Freunde der MITROPA e. V." die das Vereinsleben aktiv gestalten wird aus Gesundheits- und Altersgründen im- mer geringer. Dennoch ist es im 95. Gründungsjahr der MITROPA gelungen einige Höhepunkte zu bestreiten. Das betrifft sowohl die Beteiligung an Ver- anstaltungen als auch die Öffentlichkeitsarbeit.
Kontinuierlich haben wirunsere Internetseite mit aktuellen Informationen über die Tätigkeit und die Aktivitäten unseres Vereins gestaltet.
Besonders aktiv war unser Vorsitzender Helmut Becker, der mit seinem Auftreten im Rundfunk und mehreren Artikeln in verschiedenen Publikationen zum weitere Bekanntwerden des Vereins und unserem Anlie- gen beigetragen hat.
In diesem Jahr ist es es uns nach langen Bemühungen gelungen eine gegenseitige Unterstützung mit den Freunden und Förderern des Deutschen Technikmuseums zu vereinbaren.
Nach dem Umzug in den neuen Stützpunkt im Jahr 2010 ist es uns gelungen inzwischen eine relative Ordnung herzustellen.
Wichtiger Bestandteil der Arbeit des Vorstandes ist die monatliche Vor- standssitzung. Verlauf und Festlegungen werden regelmäßig protokolliert.
Viel Mühe hat der Vorstand in die Vorbereitung der Mitgliederversammlung investiert, die als Höhepunkt unseres Vereinslebens in Halle/Saale durchge- führt wurde.


Auch im Jahr 2011 beteiligten wir uns wieder an einigen Veranstaltungen, die uns Gelegenheit boten mit einem Informations- und Verkaufsstand wirk- sam zu werden. Bei einigen war uns klar, dass nicht immer mit einem wirt- schaftlichem Erfolg zu rechnen ist. Dazu gehörte auch die folgende Veran- staltung.

Die Teilnahme am Bahnhofsfest in Rheinsberg hat sich schon zu einer Tra- dition entwickelt - auch in diesem Jahr waren wir wieder dabei...
Mit dem Umzug unseres Stützpunktes in den Stadtbezirk Köpenick sind wir bestrebt uns am kulturellen Leben des Bezirkes zu beteiligen. Ein erster Schritt war die Beteiligung am "Köpenicker Sommer" im Juli.
Auch die von der BVG durchgeführten Tage der "Offenen Tür" sind für uns immer wieder eine gute Gelegenheit mit einem Informations- und Verkaufs- stand aufzutreten und Interessierten das Anliegen unseres Vereins zu ver- mitteln.
Ein weiterer Höhepunkt in unserem Vereinsleben ist die jährliche Teilnahme am Berliner Eisenbahnfest im Bw Berlin Schöneweide, das in diesem Jahr schon zum 8. Mal am 10. und 11. September stattfand.


Zum Abschluß des "Geschäftsjahres 2011" hat der Vorstand des Vereins die aktiven Mitglieder, die durch ihren Einsatz den Fortbestand des Vereins erst ermöglichen, zu einer kleinen Dankeschön-Veranstaltung ins Köpenicker Eicheneck eingeladen, um sich zu bedanken.



Der WRü 1189 P gehörte zu einer Bestellung von 30 Wagen, die von der MITROPA am 11. Oktober 1938 bei der WUMAG (Waggon- und Maschinen- bau AG) in Görlitz einschließlich der dazugehörigen Drehgestelle "Görlitz III schwer mit 4. Federung" Typ GA VII in Auftrag gegeben wurden. Die Fahr- zeuge erhielten die Waqgennummer 1189 bis 1218 P.

Die Lauferprobung des Wagens erfolgte am 18. Januar 1940 und die Ab- nahme am 26. Januar 1940.
Leider liegt die Werkstättenkarteikarte, die über Einsätze, Laufleistung und Untersuchungen hätte Auskunft geben können, nicht mehr vor.
In den "Akten" taucht der Wagen erst wieder am 10. April 1945 auf, in dem Wagenverteilungsplan der MITROPA: Hier wird er zusammen mit weiteren Speisewagen mit dem Vermerk "Stettin - Stuttgart (Rottweil)" aufgeführt.
In der undatierten Aufstellung über Schlaf- und Speisewagen der MITROPA in der US-Zone wird das Fahrzeug als "schwer beschädigt" aufgeführt. Die Wiederaufarbeitung erfolgte durch die FAMAS in Salzgitter (einer Interessen- gemeinschaft der LHB und der Fahrzeug- und Maschinenbau GmbH) als ers- ter Umbau durch diese Firma nach dem Krieg.

1958 ließ die DSG Faltenbalgübergänge durch Gummiwülste ersetzen, 1960 folgte der Einbau einer Klimanlage und 1961 der Umbau auf Ölheizung. Die Deutsch Bundesbahn (DB) übernahm dann am 1. Januar 1966 alle DSG- Speisewagen. Die vierstellige Wagennummer wechselte in eine fünfstellige, wobei die letzten drei Stellen erhalten blieben. Der frühere Wagen 1189 P wurde nun 10189 und gehörte zur Bundesbahndirektion (BD) Karlsruhe mit dem Heimatbahnhof Basel Badischer Bahnhof und dem zuständigen Aus- besserungswerk (AW) Frankfurt/Main. Die Bauartenbezeichnung lautete nun WRüg(e) 152. Aber bereits kurze Zeit später erfolgte durch die Kodifizierung nach UIC-Richtlinie eine erneute Umzeichnung in 51 80 88-46 189-3.
Um die Laufleistung zu verbessern bekam der Wagen 1967 Minden-Deutz- Drehgestelle der Bauart 34. Die im Mai 1970 erfolgte Erhöhung der Höchst- geschwindigkeit auf 160 Stundenkilometer brachte zwangsläufig eine Ände- rung der Wagennummer in 55 80 88-86 189-4 mit sich. Das geschah noch- mals, als die Heizung im Juli 1970 für 3000 V Gleichstrom erweitert wurde. Die Wagennummer lautete jetzt 51 80 88-80 189-0.

Nach seiner sehr wechselvollen Geschichte musterte die BD Karlsruhe den Wagen am 4. Oktober 1971 aus und die Deutsche Bundesbahn schob ihn zuächst aufs Abstellgleis.

Die DSG legte immer großen Wert auf die gründliche und umfassende Aus- bildung ihrer Mitarbeiter, zumal diese oftmals aus fremden Berufen kamen. Sie veranstaltete daher in regelmäßigen Abständen Fachkurse für der Ser- vice und den Küchenbereich, die unmittelbar am und im Objekt durchgeführt wurden, um die neuen Mitarbeiter auf ihre künftige Tätigkeit als Köche, Kell- ner oder Stewardessen vorzubereiten. Nach dem Besitzwechsel musste für die Zeit der Lehrgänge zwangsläufig ein Speisewagen von der DB ausgelie- hen werden. Durch den immer knapper werdenden Bestand kam es beson- ders in den Hochsaisonmonaten zu wachsenden Schwierigkeiten.
Der Interessenkonflik führte 1978 zu Überlegungen der DSG von der DB ei- nen auszumusternden WRüg(e) zu übernehmen und für die Zwecke der Aus- bildung umzubauen. 1980 wurde an den Aufsichtsrat der Antrag gestellt dem Erwerb eines von der DB außer Betrieb genommenen Restaurantwagens
WRüg(e) 152 zuzustimmen und das Herrichten für Schulungszwecke zu ge- nehmigen.

Der Aufsichtsrat stimmte dem Antrag zu. Die Kosten wurden auf 392.000 DM veranschlagt. Die Wahl fiel auf den WRüg(e) 152 mit der Wagennummer 51 80 88-80 168-0. Im Juli 1980 begann der Umbau. Beteiligt waren die Werkstätten Hamburg-Langenfelde und Neuaubing. Es erfolgte der Ausbau der Wirtschaftsräume, eines Teiles des Speiseraumes und der Schalttafeln. Es folgte die Instandsetzung des Wagenkastens, des Daches, der Einstiegs- türen, der Fenster und des Untergestells sowie eine Neulackierung. Hiernach entsprach die Ausstattung hinsichtlich der Bewirtschaftungseinrichtung dem eines modernen Reisezugwagens. Die Präsentation des für Schulungszwek- ke umgebauten Trainingswagens fand am 11. September 1981 statt. In den folgenden Jahren wurde der Wagen mehrfach umgebaut, um den neuen Be- dingungen gerecht zu werden.
Bald entsprachen aber die Bedingungen nicht mehr den Anforderungen an die Aus- und Weiterbildung des Personals. Gleichzeitig hielten die sich ab- zeichnenden konjunkturellen Einflüsse und die grundsätzlich neuen vertrag- lichen Gegebenheiten zwischen der DB und der DSG die DSG davon ab die weiter vorgesehenen Renovierungen und Umbauten durchzuführen.
Mitte der 80er Jahre wurde der Wagen aus dem Betrieb genommen.
Was sollte also aus diesem schönen Wagen werden?
Es wurde eine Entscheidung zur weiteren Verwendung notwendig. Im Jahr 1996, 80 Jahre nach der Gründung der MITROPA AG, wurde vom Vorstand ein Rückbau des Speisewagens beschlossen. Ein guter Beschluß aber die Durchführung war mit zahlreichen technischen, organisatorischen und vor- allem finanziellen Problemen verbunden. Die Herstellung des Origiginalzu- standes war sehr aufwändig und kostenintensiv. Ohne Sponsoren war diese Aufgabe nicht zu bewältigen.
Aus steurrechtlichen Gründen musste eine gemeinnützige Einrichtung ge- schaffen werden, die als Mittler zwischen den Sponsoren und dem Vorhaben fungierte.
Die an dem Vorhaben Rückbau beteiligten und interessierten Mitarbeiter be- schlossen deshalb einen Verein zu gründen, der im Rahmen seiner Gesamt- zielstellung alle Aktivitäten zum Rückbau des WR mit Unterstützung des Vor- standes des Unternehmens entwickeln sollte. Und so wurde am 19. Novem- ber 1996 der Verein "Freunde der MITROPA e. V." gegründet. Die 12 Grüdungsmitgliieder wählten einen Vorstand und beschlossen eine Satzung.
Es gelang den Mitgliedern des Vereins durch ihren Einsatz Sach- und ande- re Leistungen im Wert von ca. 100.000 DM und Barspenden in Höhe von ca. 40.000 DM aufzubringen, die zweckgebunden für den Ausbau und die Auf- stellung des Wagens verwendet wurden.
Im Sommer 1999 war es dann soweit: Der Traditionswagen WR 1189 P wur- de im Hof der Hauptverwaltung der MITROPA AG in der Michaelkirchstraße aufgestellt. Mit der Wiederherstellung dieses historischen Speisewagens machte die MITROPA deutlich, dass sie bewusst auf positive Traditionen setzte. Damit erinnerte sie an eine gelungene Fahrzeugkonstruktion, die in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Reichsbahn und den deutschen Waggonfabriken entstanden war. die windschnittigen Bauarbeiten mit Schür- ze gehörten zweifellos dazu.
Mit der Aufstellung des Wagens wäre die ursprünglich gestellte Aufgabe ei- gentlich erfüllt gewesen. Die Mitglieder des Verein beschlossen aber sich der Materie der historischen Entwicklung des Schlaf- und Speisewagenwesens weiter zu widmen. Und so konnte im Verlauf der Jahre eine beachtliche und wertvolle Sammlung an Gegenständen und Dokumenten zusammmengetra- gen werden, die die Entwicklung der wechselvollen Geschichte der rollenden Gastronomie und Hotelerie belegt. Hierzu gehören Ausrüstungsgegenstände, wie Geschirr, Gläser, Bestecke u.ä., Dokumente, wie Dienstvorschriften, Speisekarten und technische Dokumentationen. Mit verschiedenen Teilen aus unserem Fundus haben wir in der Vergangenheit schon oft andere Ver- eine bei ihren Ausstellungen und Veranstaltungen unterstützt und werden das auch weiterhin tun. Interessierte können aus unserer Sammlung ausge- wählte Teile, die wir doppelt oder mehrfach haben, erwerben. Informieren Sie sich bitte auf der Seite Service. Gleiches gilt, wenn Sie an weiteren Detail der Geschichte interessiert sind. Hier halten wir eine Dokumentation bereit.
Übrigens wurde der Traditionswagen WR 1189 P im Jahre 2003 vom Bereich DB Fernverkehr AG übernommen und vor der DBAG Zentrale in Frankfurt
am Main aufgestellt.
Entsprechend den Zielstellungen unseres Vereins arbeiten wir mit anderen Vereinen zusammen, die sich mit der gleichen oder einer ähnlichen Materie befassen. Eine Übersicht finden Sie auf der Seite BAHNLINKS.
In unserem Verein sind gegenwärtig mehr als 50 Mitglieder organisiert. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Berufs- und Altersgruppen. Natürlich waren früher viele Mitglieder beruflich mit der MITROPA verbunden. Unser Problem ist die Altersstruktur unserer Mitglieder. So sind wir sehr daran inte- ressiert neue "junge" Mitstreiter zu gewinnen.
Wie jeder gemeinnütziger Verein finanzieren wir uns selbst, aus Mitgliedsbei- trägen, Spenden und dem Verkauf der schon erwähnten Gegenstände und Dokumentationen. Alle Einnahmen werden entsprechend den Festlegungen in unserer Satzung ausschließlich für die Weiterentwicklung des Verein ver- wendet.

Wenn Sie wie wir der Meinung sind, dass es eine gute Sache ist die Tradition des Schlaf- und Speisewagebgastronomie und darunter insbesondere die der MITROPA zu bewahren und unsere Arbeit un- terstützen wollen, würden wir uns über eine Spende sehr freuen.
Unsere Bankverbindung finden Sie auf der Seite Impressum. Für Ihre Spende stellen wir Ihnen gerne eine Spendenquittung aus.
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