
Das Jahr 2008 war wieder geprägt durch zahlreiche Aktivitäten der Mitglieder unseres Vereins. Der Vorstand des Vereins bedankt sich besonders bei den Mitgliedern, die sich um die Gestaltung der Vereinsarbeit verdient gemacht haben: Helmut Becker, Jürgen Zittwitz, Rüdiger Kunze, Siegfrid Hagemeister, Manfred Hocke, Brigitte und Dieter Becker, Harold Kraft, Uwe Wrkner, Volker Dönitz, Torsten Lehmann, Klaus-Dieter Kretschmann, Erich Ludwig und Wolfgang Müller, um nur einige zu nennen. Besonderer Dank gilt unserer Vereinsfreundin Claudia Mummenhoff für ihre Hilfe in verschiedenen Rechts-fragen.
Einige Aktivitäten aus dem Jahr 2009:
Eröffnung der U-Bahnlinie U55 am 08. August 2008
Bahnhofsfest in Rheinsberg am 30. August 2009



100jähriges Jubiläum der Fährverbindung Saßnitz - Trelleborg vom 04. bis 12. Juli in Saßnitz
"Tag der offenen Tür" des Straßenbahnhofes Berlin Lichtenberg am 20. September 2009

Mitgliederversammlung in Bochum Da entsprechend der Satzung des Vereins der Vorstand alle zwei Jahre neu zu wählen ist, erfolgte die Wahl und die Entlastung nach der Rechenschafts-legung.
Mitwirkung beim 6. Berliner Eisenbahnfest der Vereine "Traditionszug Berlin e. V." und "Dampflokfreunde Berlin e.V." am 03. und 04. Oktober 2009 in Berlin - Schöneweide mit einem Verkaufsstand und der erneuten Bewirt- schaftung eines historischen Speisewagens (Baujahr 1938) mit einer histo- risch korrekten Servierausstattung


Mitwirkung bei der Ausstellung und der Gestaltung des MITROPA-Speise- saals im Hauptbahnhof Görlitz in Zusammenarbeit mit dem Verein "Ideen- fluß e. V." in Görlitz





Traditionelle Weihnachtsfeier der Berliner Vereinsmitglieder
Weitere Aktivitäten:
- Ständige Aktualisierung unserer Homepage mit aktuellen Informationen über die Tätigkeit und die Aktivitäten. Dabei wurden die einzelnen Rubriken durch die Möglichkeiten einer Tauschbörse ergänzt. Leider haben sich bis- her noch keine Interessenten für diesen Teil der Website gefunden. Unsere Seite wurde 2009 ca. 4.800 mal aufgerufen.
- Vorbereitung einer ständigen Ausstellung über die Geschichte der MIT- ROPA im Rahmen des DB-Museums in Nürnberg. Hierzu wurde bereits Ge- schirr aus verschiedenen Epochen der Verkehrsgastronomie an das Mu- seum übergeben. Eine weitere Zusammenarbeit wurde vereinbart. Gleich- zeitig wird angestrebt, dass die Übernahme der Ausstellung "Speisen auf Reisen" vom Technikmuseum durch das DB-Museum erfolgt.
- Mit den Vertretern des Fördervereins "Dieselschnelltriebwagen e. V." SVT 137 856 der Bauart "Köln" erfolgten weitere Zusammenkünfte und Abspra- chen. Unser Verein ist Mitglied in diesem Verein (Vertreter ist unser Vereins- freund ERich Ludwig) und besucht regelmäßig die Mitgliederversammlungen.
- Gestaltung einer Verkaufsveranstaltung durch den Vereinsfreund Uwe Wirkner im Hauptbahnhof Chemnitz im September 2009.
- Mit den Vertretern des Vereins "Bayerischer Bahnhof" in Leipzig, dem äl- testen noch in der Substanz erhaltenen deutschen Bahnhof, erfolgten wie- derholt Beratungen zur Gestaltung der stationären Gastronomie und zur Vorbereitung von Veranstaltungen im Jahr 2010.
- Unterstützung von Institutionen und privaten Interessenten bei der Ergän- zung ihrer Sammlungen von Exponaten der MITROPA und Führung von Ge- sprächen mit Interessenten an der MITROPA-Geschichte.
- Interview mit dem MDR zur Geschichte der MITROPA, gesendet im Monat Mai 2009.
- Regelmäßige Durchführung der monatlichen Vorstandssitzungen in der Ge- schäftsstelle in der Bucherberger Straße in Berlin.



Der WRü 1189 P gehörte zu einer Bestellung von 30 Wagen, die von der MITROPA am 11. Oktober 1938 bei der WUMAG (Waggon- und Maschinen- bau AG) in Görlitz einschließlich der dazugehörigen Drehgestelle "Görlitz III schwer mit 4. Federung" Typ GA VII in Auftrag gegeben wurden. Die Fahr- zeuge erhielten die Waqgennummer 1189 bis 1218 P.

Die Lauferprobung des Wagens erfolgte am 18. Januar 1940 und die Ab- nahme am 26. Januar 1940.
Leider liegt die Werkstättenkarteikarte, die über Einsätze, Laufleistung und Untersuchungen hätte Auskunft geben können, nicht mehr vor.
In den "Akten" taucht der Wagen erst wieder am 10. April 1945 auf, in dem Wagenverteilungsplan der MITROPA: Hier wird er zusammen mit weiteren Speisewagen mit dem Vermerk "Stettin - Stuttgart (Rottweil)" aufgeführt.
In der undatierten Aufstellung über Schlaf- und Speisewagen der MITROPA in der US-Zone wird das Fahrzeug als "schwer beschädigt" aufgeführt. Die Wiederaufarbeitung erfolgte durch die FAMAS in Salzgitter (einer Interessen- gemeinschaft der LHB und der Fahrzeug- und Maschinenbau GmbH) als ers- ter Umbau durch diese Firma nach dem Krieg.

1958 ließ die DSG Faltenbalgübergänge durch Gummiwülste ersetzen, 1960 folgte der Einbau einer Klimanlage und 1961 der Umbau auf Ölheizung. Die Deutsch Bundesbahn (DB) übernahm dann am 1. Januar 1966 alle DSG- Speisewagen. Die vierstellige Wagennummer wechselte in eine fünfstellige, wobei die letzten drei Stellen erhalten blieben. Der frühere Wagen 1189 P wurde nun 10189 und gehörte zur Bundesbahndirektion (BD) Karlsruhe mit dem Heimatbahnhof Basel Badischer Bahnhof und dem zuständigen Aus- besserungswerk (AW) Frankfurt/Main. Die Bauartenbezeichnung lautete nun WRüg(e) 152. Aber bereits kurze Zeit später erfolgte durch die Kodifizierung nach UIC-Richtlinie eine erneute Umzeichnung in 51 80 88-46 189-3.
Um die Laufleistung zu verbessern bekam der Wagen 1967 Minden-Deutz- Drehgestelle der Bauart 34. Die im Mai 1970 erfolgte Erhöhung der Höchst- geschwindigkeit auf 160 Stundenkilometer brachte zwangsläufig eine Ände- rung der Wagennummer in 55 80 88-86 189-4 mit sich. Das geschah noch- mals, als die Heizung im Juli 1970 für 3000 V Gleichstrom erweitert wurde. Die Wagennummer lautete jetzt 51 80 88-80 189-0.

Nach seiner sehr wechselvollen Geschichte musterte die BD Karlsruhe den Wagen am 4. Oktober 1971 aus und die Deutsche Bundesbahn schob ihn zuächst aufs Abstellgleis.

Die DSG legte immer großen Wert auf die gründliche und umfassende Aus- bildung ihrer Mitarbeiter, zumal diese oftmals aus fremden Berufen kamen. Sie veranstaltete daher in regelmäßigen Abständen Fachkurse für der Ser- vice und den Küchenbereich, die unmittelbar am und im Objekt durchgeführt wurden, um die neuen Mitarbeiter auf ihre künftige Tätigkeit als Köche, Kell- ner oder Stewardessen vorzubereiten. Nach dem Besitzwechsel musste für die Zeit der Lehrgänge zwangsläufig ein Speisewagen von der DB ausgelie- hen werden. Durch den immer knapper werdenden Bestand kam es beson- ders in den Hochsaisonmonaten zu wachsenden Schwierigkeiten.
Der Interessenkonflik führte 1978 zu Überlegungen der DSG von der DB ei- nen auszumusternden WRüg(e) zu übernehmen und für die Zwecke der Aus- bildung umzubauen. 1980 wurde an den Aufsichtsrat der Antrag gestellt dem Erwerb eines von der DB außer Betrieb genommenen Restaurantwagens
WRüg(e) 152 zuzustimmen und das Herrichten für Schulungszwecke zu ge- nehmigen.

Der Aufsichtsrat stimmte dem Antrag zu. Die Kosten wurden auf 392.000 DM veranschlagt. Die Wahl fiel auf den WRüg(e) 152 mit der Wagennummer 51 80 88-80 168-0. Im Juli 1980 begann der Umbau. Beteiligt waren die Werkstätten Hamburg-Langenfelde und Neuaubing. Es erfolgte der Ausbau der Wirtschaftsräume, eines Teiles des Speiseraumes und der Schalttafeln. Es folgte die Instandsetzung des Wagenkastens, des Daches, der Einstiegs- türen, der Fenster und des Untergestells sowie eine Neulackierung. Hiernach entsprach die Ausstattung hinsichtlich der Bewirtschaftungseinrichtung dem eines modernen Reisezugwagens. Die Präsentation des für Schulungszwek- ke umgebauten Trainingswagens fand am 11. September 1981 statt. In den folgenden Jahren wurde der Wagen mehrfach umgebaut, um den neuen Be- dingungen gerecht zu werden.
Bald entsprachen aber die Bedingungen nicht mehr den Anforderungen an die Aus- und Weiterbildung des Personals. Gleichzeitig hielten die sich ab- zeichnenden konjunkturellen Einflüsse und die grundsätzlich neuen vertrag- lichen Gegebenheiten zwischen der DB und der DSG die DSG davon ab die weiter vorgesehenen Renovierungen und Umbauten durchzuführen.
Mitte der 80er Jahre wurde der Wagen aus dem Betrieb genommen.
Was sollte also aus diesem schönen Wagen werden?
Es wurde eine Entscheidung zur weiteren Verwendung notwendig. Im Jahr 1996, 80 Jahre nach der Gründung der MITROPA AG, wurde vom Vorstand ein Rückbau des Speisewagens beschlossen. Ein guter Beschluß aber die Durchführung war mit zahlreichen technischen, organisatorischen und vor- allem finanziellen Problemen verbunden. Die Herstellung des Origiginalzu- standes war sehr aufwändig und kostenintensiv. Ohne Sponsoren war diese Aufgabe nicht zu bewältigen.
Aus steurrechtlichen Gründen musste eine gemeinnützige Einrichtung ge- schaffen werden, die als Mittler zwischen den Sponsoren und dem Vorhaben fungierte.
Die an dem Vorhaben Rückbau beteiligten und interessierten Mitarbeiter be- schlossen deshalb einen Verein zu gründen, der im Rahmen seiner Gesamt- zielstellung alle Aktivitäten zum Rückbau des WR mit Unterstützung des Vor- standes des Unternehmens entwickeln sollte. Und so wurde am 19. Novem- ber 1996 der Verein "Freunde der MITROPA e. V." gegründet. Die 12 Grüdungsmitgliieder wählten einen Vorstand und beschlossen eine Satzung.
Es gelang den Mitgliedern des Vereins durch ihren Einsatz Sach- und ande- re Leistungen im Wert von ca. 100.000 DM und Barspenden in Höhe von ca. 40.000 DM aufzubringen, die zweckgebunden für den Ausbau und die Auf- stellung des Wagens verwendet wurden.
Im Sommer 1999 war es dann soweit: Der Traditionswagen WR 1189 P wur- de im Hof der Hauptverwaltung der MITROPA AG in der Michaelkirchstraße aufgestellt. Mit der Wiederherstellung dieses historischen Speisewagens machte die MITROPA deutlich, dass sie bewusst auf positive Traditionen setzte. Damit erinnerte sie an eine gelungene Fahrzeugkonstruktion, die in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Reichsbahn und den deutschen Waggonfabriken entstanden war. die windschnittigen Bauarbeiten mit Schür- ze gehörten zweifellos dazu.
Mit der Aufstellung des Wagens wäre die ursprünglich gestellte Aufgabe ei- gentlich erfüllt gewesen. Die Mitglieder des Verein beschlossen aber sich der Materie der historischen Entwicklung des Schlaf- und Speisewagenwesens weiter zu widmen. Und so konnte im Verlauf der Jahre eine beachtliche und wertvolle Sammlung an Gegenständen und Dokumenten zusammmengetra- gen werden, die die Entwicklung der wechselvollen Geschichte der rollenden Gastronomie und Hotelerie belegt. Hierzu gehören Ausrüstungsgegenstände, wie Geschirr, Gläser, Bestecke u.ä., Dokumente, wie Dienstvorschriften, Speisekarten und technische Dokumentationen. Mit verschiedenen Teilen aus unserem Fundus haben wir in der Vergangenheit schon oft andere Ver- eine bei ihren Ausstellungen und Veranstaltungen unterstützt und werden das auch weiterhin tun. Interessierte können aus unserer Sammlung ausge- wählte Teile, die wir doppelt oder mehrfach haben, erwerben. Informieren Sie sich bitte auf der Seite Service. Gleiches gilt, wenn Sie an weiteren Detail der Geschichte interessiert sind. Hier halten wir eine Dokumentation bereit.
Übrigens wurde der Traditionswagen WR 1189 P im Jahre 2003 vom Bereich DB Fernverkehr AG übernommen und vor der DBAG Zentrale in Frankfurt
am Main aufgestellt.
Entsprechend den Zielstellungen unseres Vereins arbeiten wir mit anderen Vereinen zusammen, die sich mit der gleichen oder einer ähnlichen Materie befassen. Eine Übersicht finden Sie auf der Seite BAHNLINKS.
In unserem Verein sind gegenwärtig mehr als 50 Mitglieder organisiert. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Berufs- und Altersgruppen. Natürlich waren früher viele Mitglieder beruflich mit der MITROPA verbunden. Unser Problem ist die Altersstruktur unserer Mitglieder. So sind wir sehr daran inte- ressiert neue "junge" Mitstreiter zu gewinnen.
Wie jeder gemeinnütziger Verein finanzieren wir uns selbst, aus Mitgliedsbei- trägen, Spenden und dem Verkauf der schon erwähnten Gegenstände und Dokumentationen. Alle Einnahmen werden entsprechend den Festlegungen in unserer Satzung ausschließlich für die Weiterentwicklung des Verein ver- wendet.

Wenn Sie wie wir der Meinung sind, dass es eine gute Sache ist die Tradition des Schlaf- und Speisewagebgastronomie und darunter insbesondere die der MITROPA zu bewahren und unsere Arbeit un- terstützen wollen, würden wir uns über eine Spende sehr freuen.
Unsere Bankverbindung finden Sie auf der Seite Impressum. Für Ihre Spende stellen wir Ihnen gerne eine Spendenquittung aus.
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